“Ritter Kuno”   Altleiningen, Pfalz

Auch 2010 fand wieder ein grosses FJR-Tourer Deutschlandtreffen statt, in diesem Jahr in der Burgherberge Altleiningen in der schönen Pfalz. Wie bei den vorherigen Deutschlandtreffen war eine Teilnahme für mich natürlich wieder Pflicht,  hiess es auch diesmal wieder einen guten Zweck zu unterstützen. Der Erlös der Veranstaltung sollte dem  baerenherzKinderhospitz Bärenherz zugute kommen, bei  über 200  gemeldeten Teilnehmern bestand  also  Anlass zur Hoffnung auf eine stattliche  Spendensumme.

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Donnerstagmorgen ( Himmelfahrt ), 6:45 Uhr

Gaby ist fertig, sie fährt mit dem  Auto und einem Teil des Gepäcks zu Uli und Hermann. Von dort aus fahren  die drei mit Hermann´s Auto und seiner FJR Huckepack auf dem Hänger  Richtung Pfalz. Ich werde in einer halben Stunde ebenfalls aufbrechen um die 3 und einige andere Tourer an der Raststätte Peppenhoven an der A61 zu treffen. Von dort fahren wir dann gemeinsam weiter. Also dann...  noch´n Kaffee und auf geht´s...

Ca. eine Stunde  und etwas über 100 km später treffe ich in Peppenhoven ein wo die  anderen schon auf mich warten. Zufällig treffe ich dort noch einen  Bekannten der mit seinen Bikerkollegen ebenfalls in Richtung Pfalz  unterwegs ist - die Welt ist klein. Nach einer kurzen Pause macht sich  Hermann mit seiner Fuhre auf den Weg und etwas später treten dann auch  Herbert mit Brigitte, Volker mit Maria, Bernhard und meine Wenigkeit die gemeinsame Weiterfahrt an. Im Hunsrück stösst dann noch Eberhard mit  Sylvia zu uns, sodass wir schliesslich mit 5 Motorrädern gegen Mittag in Altleiningen eintreffen. Einige alte Bekannte von früheren Touren nehmen uns schon auf dem Parkplatz der Jugendherberge in Empfang. Der Parkplatz ist schon gut gefüllt, die erste Tour , das sogenannte “Pfalzschnuppern” soll ja schon um 14 Uhr losgehen. Nun ist aber erstmal Zimmer beziehen angesagt. Gaby und ich teilen uns mit Dagmar und Jürgen ( zwei NRWandalen wie auch wir ) ein schönes 4-Mann Zimmer mit eigenem Bad. Kein Zweifel - diese Jugendherberge ist schon eine Klasse höher angesiedelt. Das bestätigt auch die Küche welche wir nun ausprobieren wollen, denn wir sind doch ziemlich hungrig.

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Sodele... wir sind gestärkt, die Klamotten sind verstaut, die erste Tour kann beginnen. Leider hat sich der Himmel ziemlich zugezogen. Unser Tourguide Eberhard steht schon bereit und die Gruppe wird langsam komplett. Noch ein kurzes Briefing und dann geht´s los. Die Gruppen fahren im Abstand von 10 Minuten ab, die eine Hälfte links und die andere Hälfte rechtsherum. Mit 8 Maschinen und 12 Leuten schicken wir uns an die Pfalz zu erkunden, unsere Gruppe nimmt “den rechten” Weg. Die 142 km lange Strecke führt uns über kurvenreiche Strassen und durch hübsche kleine Ortschaften Richtung Rheinebene und ein kurzes Stück parallel zur Weinstraße, durch herrliche Mischwälder bis ins Elmsteiner Tal. Dieses dürfen wir Dank einer von der Kreisverwaltung Bad Dürkheim ausgestellten Ausnahmegenehmigung ( die Strasse ist vom 1. 04. bis 31. 10. an Wochenenden und Feiertagen für Motorräder gesperrt ) durch - und erfahren. Nach einer kurzen Kaffeepause im Gasthof “Müllers Lust” geht´s weiter, unterwegs kommen uns immer wieder die “Linksrummler” entgegen. Die kurvenreiche Strecke führt uns nun Richtung Kaiserslautern, durch die Pfälzer Laubwälder am Donnersberg vorbei und schliesslich wieder zurück nach Altleiningen.

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Leider hat es der Wettergott nicht immer gut mit uns gemeint und liess es während des Tourverlaufs immer mal wieder tröpfeln. Das konnte uns den Spaß aber nicht wirklich verderben, mit der richtigen Bekleidung freuten wir uns über “staubfreie” Strassen. Allerdings machte mir mein Vorderrad ein wenig Probleme. Ein paar Tage vor der Tour wurde mir in der Werkstatt ein Höhenschlag im Vorderreifen diagnostiziert. Der sofort bestellte neue Reifen kam aber nicht rechtzeitig in der Werkstatt an sodass ich mit einem im Schiebebetrieb zwischen 50 und 80 km/h ziemlich unruhigen Vorderrad  die Tour bestreiten musste. Das sorgte dafür das ich auf den doch manchmal sehr nassen Strassen ziemlich lange brauchte um das nötige Vertrauen zu gewinnen, nicht wirklich prickelnd.

Nach einer erfrischenden Dusche gehts nun in den Rittersaal wo das Abendessen schon auf uns wartet. Mittlerweile sind die meisten Teilnehmer eingetroffen, der Saal ist ziemlich voll. Viele alte Bekannte aber auch immer wieder neue Gesichter werden entdeckt und begrüsst. Nach dem wirklich sehr guten Essen kommt das Orga-Team zu Wort und heisst uns alle herzlich willkommen. Es gibt noch einige organisatorische Erläuterungen, dann gehts zum gemütlichen Teil über. Bei allerlei alkoholischen und nichtalkoholischen Getränken wird Benzin geredet, gescherzt und gelacht... der Abend endet wie gewohnt mit allseits guter Laune.

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Freitag, 1. Tourtag

7:00 Uhr, die Nacht ist rum. Gaby und ich haben gut geschlafen. Nun ist Duschen angesagt, dann geht´s runter zum Frühstück. Draussen im Innenhof stehen vereinzelte Raucher bei ihrer “guten Morgen Zigarette”.  Der Rittersaal ist auch schon gut besetzt, die Frühaufsteher sitzen bei Kaffee und frischen Brötchen. Ich bediene mich am gut gefüllten Frühstücksbuffet, Gaby tut es mir gleich. Das Frühstück lässt keine Wünsche offen. Frisch gestärkt gehen wir uns dann umziehen, sollen wir doch alle ab 08:40 Uhr am Parkplatz sein. Hier stehen die Motorräder schon in den für heute vorgesehenen Gruppen bereit. Insgesamt werden heute 8 verschiedene Touren in verschiedenen Schwierigkeitsstufen angeboten, von touristisch über zügig bis sportlich. Jede Tour verfügt über z.T. mehrere Gruppen mit bis zu 8 Maschinen die in zehnminütigem Abstand losfahren. Es geht in den Taunus, ins Elsass, in die nördlichen Vogesen, an die Mosel, die Nahe, in die Süd- und die Mittelpfalz und in den Odenwald. Gaby und ich fahren mit 6 weiteren Maschinen und  Tourguide Wolfgang ins Elsass.

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Nach einem kurzen Briefing geht es um 09:10 Uhr dann auf die 240 km lange Strecke. Leider hat es die Nacht über geregnet und die Strassen sind nass, auch fängt es zwischendurch immer mal wieder an zu tröpfeln. Naja, wir haben Regenkleidung an, also was solls. Zuerst geht die Fahrt zum Hambacher Schloss, dann entlang der Haardt, einer Mittelgebirgslandschaft am Ostrand des  Pfälzerwaldes, durch hübsche kleine Ortschaften entlang der Weinstrasse zwischen Weinreben zum deutschen Weintor. Kurz dahinter überqueren wir die französische Grenze um schliesslich in Wissembourg in einem kleinen Restaurant unser Mittagessen einzunehmen. Für die meisten wurde es “echt Elsässer Flammkuchen”... lecker. Danach einen Cafe au lait...  so lasse ich es mir gefallen.

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Nach der ausgiebigen Pause geht´s weiter auf schön geschwungenen Strassen und über den Col du Pigeonier. Dieser ist zwar nicht sehr spektakulär, aber wunderschön zu fahren ( so stand´s auch in der Tourbeschreibung ). Schliesslich erreichen wir die Burg Fleckenstein, eine mittelalterliche Felsenburg im Unterelsass nahe der deutsch-französischen Grenze. Hier machen wir eine kurze Zigarettenpause und vertreten uns ein wenig die Beine bevor wir uns wieder auf den Weg machen.  Noch ein paar Kurven und schon sind wir wieder in Deutschland - schade, ich wäre gern etwas länger im Elsass geblieben. Aber auch hier gibt es schön geschwungene Strassen, das Fahren macht mir grossen Spass und an das “hoppelnde” Vorderrad habe ich mich mittlerweile gewöhnt, ich merke es fast schon nicht mehr.

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Wieder auf der deutschen Weinstrasse machen wir in dem kleinen Ort Leinsweiler eine letzte Rast, hier gibts nochmal lecker Kaffee und Kuchen. Dann gehts Richtung Bad Dürkheim, vorbei am grössten Weinfass der Welt und schliesslich zurück zur Jugendherberge. Mittlerweile ist es fast 18 Uhr, die meisten Gruppen sind ebenfalls von ihrer Tour zurück. In der Jugendherberge ist das Abendessen schon gerichtet und nachdem wir uns umgezogen und frischgemacht haben kann es zum gemütlichen Teil übergehen.

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Die Stimmung ist auch an diesem Abend toll und nun entdecke ich die Mädels mit den Loseimern. Volker hat - unterstützt vom Orga-Team, diversen Stammtischen und Privatpersonen - für die Verlosung ca. 900 (!) Preise zusammengetragen, allesamt von den jeweiligen edlen Spendern gesponsert. Auch diesmal wird der gesamte Erlös wieder abzugsfrei einem guten Zweck zugeführt. Nun, auch wir lassen uns nicht lumpen und kaufen fleissig ein. Ich habe schon einige Gewinne zusammen, aber was ich gewonnen habe erfahre ich erst morgen. Neugierig habe ich mir aber schon die Preise angesehen und muss sagen: Ich bin beeindruckt.

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Da auch morgen wieder Touren angesagt sind wird dieser Abend trotz der guten Stimmung nicht allzu lang, deutlich vor Mitternacht fallen Gaby und ich ins Bett und in einen tiefen Schlaf.

Samstag, 2. Tourtag

Der Wecker klingelt um sieben... meine Schulter schmerzt. Irgendwie habe ich mir wohl was gezerrt, schon gestern gegen Ende der Tour hatte ich leichte Probleme. Fränkie ist gestern noch nach Bad Dürkheim gefahren um was einzukaufen und hat mir freundlicherweise eine Salbe mitgebracht. Leider hat sie nicht geholfen und nun habe ich wohl auch noch unglücklich gelegen... ich entschliesse mich heute nicht zu fahren. Schade eigentlich, denn so wie es aussieht wird das Wetter heute super. Nach dem Frühstück sehen wir den Gruppen bei der Abfahrt zu, ich mache von (fast) jeder Gruppe ein kurzes Video für die Tour-DVD, dann fahren Gaby und ich mit Fränkie ( der heute ebenfalls nicht fährt ), seiner Partnerin Petra und Burkhards Frau Karin mit dem Auto nach Bad Dürkheim. Dort ist heute Weinfest...

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In Bad Dürkheim ist noch nicht viel los, aber im Laufe des Tages wird es immer voller. Wir bummeln durch die Stadt, die Mädels durchstöbern die Geschäfte und das leibliche Wohl kommt auch nicht zu kurz. Am frühen Nachmittag fahren wir dann mit einem Abstecher über Grünstadt zurück zur Jugendherberge um die rückkehrenden Gruppen in Empfang zu nehmen. Nach und nach kehren die Tourteilnehmer zurück, heute sind noch einige Tagesgäste dabei. Schliesslich sind alle da und das Abendbuffet wird eröffnet. Es gibt frisches Bauernbrot mit Quark- und Schmalztöpfchen, Spargelcremesuppe,  Riesen-Rieslingschinken am Knochen, Semmelknödel und Kartoffelgratin,  Salatbuffet und Obstsalat mit Eis und Sahnehäubchen... an diesem Wochenende habe ich garantiert nichts abgenommen. Dann spielen die Schubert-Jungs, welche uns letztes Jahr bei der Elwedrittsche-Tour schon mächtig eingeheizt haben, zum Tanz auf. Mit ihrem Programm aus Rockklassikern und Oldies treffen sie genau unseren Nerv.

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Die Stimmung ist toll, alle sind gut drauf. Es werden wieder Lose verkauft, Gaby und ich haben mittlerweile 18 (!) Gewinne zusammen. Nun können diese Gewinne auch abgeholt werden und wir haben neben einigen Hotelgutscheinen, T-Shirts, einer wasserdichten Gepäckrolle, einem Halstuch, einem Kleidersack und einer Tasse noch eine Damen-Motorradjacke gewonnen. Na, das hat sich gelohnt...  Leider ist die Jacke für Gaby eine Nummer zu klein, aber schnell ist eine  passende Kandidatin gefunden. Denise passte genau hinein.

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Schöne Jacke - leider zu eng...

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Neben der Tombola gab es noch einige andere Aktionen: Hermann hatte im Vorfeld der Veranstaltung schon Rutschhemmer für den Kofferraum an den Mann gebracht, Thomas hat einige Schinken gespendet welche geschätzt werden mussten, ausserdem gabs noch einige zusätzliche Sachspenden zur Tombola und auch diverse Geldspenden. So kamen nach Abzug aller Unkosten sage und schreibe 14039,98€ als Spendensumme für das Kinderhospitz Bärenherz zusammen - eine unglaubliche Summe, welche uns alle auch ein wenig stolz macht.

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Die Schubert-Jungs heizen uns abermals mächtig ein und die Tanzfläche ist rappelvoll. Kein Zweifel - auch das 3. FJR-Tourer Deutschland Treffen ist ein voller Erfolg. Zu vorgerückter Stunde betritt dann das Orga-Team unter anhaltendem Applaus die Tanzfläche, bedankt sich für die rege Teilnahme und stellt das Orga-Team für das 4. FJR-Tourer-Treffen in Sachsen vor. Von hier aus meinen besten Dank an das Team und alle Beteiligten... natürlich werde ich auch beim nächsten Treffen wieder dabeisein. 

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Der Abend wird lang und erst sehr spät wird das Bett aufgesucht. Diese Nacht schlafe ich wie ein Stein...

Sonntag- Abreisetag

Gegen 8 Uhr stehen wir auf, duschen und packen unser Zeug. Dann runter zum Frühstück, der Saal ist gut gefüllt. Die meisten sitzen schon in Motorradklamotten, draussen werden die Motorräder ver-oder beladen. Einige Frühaufsteher sind schon fort, und auch für mich wird es nun Zeit, ich belade meine Maschine. Gaby fährt wieder bei Uli und Hermann mit. Ein letztes Mal drehe ich meine Runde um mich bei allen noch verbliebenen zu verabschieden. Dann mache ich mich allein auf den Weg - ich fahre direkt auf die Autobahn da ich am nächsten Tag schon wieder nach Belgien muss und deswegen auf eine gemeinsame Überlandfahrt verzichte. Das Wetter ist schön, die Sonne scheint - Ich freue mich schon auf die nächste Tour...

Nachtrag: Hier ein Bild der Spendenübergabe und ein Ausschnitt aus dem “Grünstädter Sonntagsspiegel” vom 26.05 2010

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Die Mitglieder des Orga-Teams Manfred, Elimar, Rainer und Uwe stellvertretend für die FJR-Tourer Deutschland

Bericht Grünstädter Sonntagsspiegel

Den offiziellen Bericht der FJR-Tourer und weitere Bilder findet ihr hier: <klick mich>

...und das schreibt “Tourenfahrer online” <klick>