Kroatien 2008... 

September 2008 - Frank, Martin und ich waren reisefertig - unsere diesjährige Motorradtour stand auf dem Plan. Da es uns 2006 in Kroatien so gut gefallen hat wollten wir diesesmal etwas länger dort bleiben. Ursprünglich hatten wir eine Strecke bis runter nach Dubrovnik erwogen, aber aus zeitlichen Gründen haben wir uns dann letztendlich für eine Tour bis Split und von dort über die Küstenstrasse in nördlicher Richtung incl. Inselhopping entschieden.

Also dann.... erstmal Richtung Düsseldorf zum DB-Autozug, Mopeds verladen und ab nach München.

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Tag eins - von München bis Obervellach

In München angekommen gab´s dann erstmal einen kleinen Schock: Es war 7 Uhr morgens, bitterkalt und die Rampen waren z.T. vereist.

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Also zogen wir uns erstmal warme Sachen an und die Regenjacken drüber. Dann schauten wir dem Entladepersonal beim Entzurren unserer Maschinen zu. Mittlerweile waren nun auch die Rampen eisfrei - es konnte also endlich losgehen.  Die erste Tagesetappe sollte irgendwo in der Gegend um Villach enden. Im Laufe des Vormittags wurde es langsam etwas wärmer und die Gegend immer schöner. Richtung Süden durchquerten wir das schöne Oberbayern.Vorbei am Chiemsee passierten wir dann die Chiemgauer Alpen und somit die Grenze zu Österreich.

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Nach einem Zwischenstopp mit spätem Frühstück in “Scheffau am wilden Kaiser” in Tirol  gings weiter Richtung Salzburger Land und über die Grossglockner-Hochalpenstrasse, wohl einer der schönsten Panoramastrassen in den Alpen. Dort wurde es wieder kälter und die Bergspitzen immer weisser - am Fuschertörl lag Schnee...

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Naja - wir waren warm angezogen und die Strassen waren schneefrei - also kein Problem. Richtung Süden wird´s ja wohl irgendwann wärmer werden...    und so war´s dann auch.

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Die Strassen schlängelten sich wunderschön durch die Landschaft, das Fahren machte nun grossen Spaß.  Langsam wurde es jedoch Zeit ein Hotel für die Nacht zu suchen welches wir dann mit mit dem “Bachmanns” in Obervellach ( Kärnten ) schliesslich auch fanden.

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Das “Bachmanns” ist ein Fischrestaurant mit kleinem Hotel, die Zimmer sind sauber und preiswert, das Essen sehr gut - alles in allem durchaus zu empfehlen.

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340 Tageskilometer, 9 1/2 Stunden Fahrzeit

Tag zwei - von Obervellach bis Rijeka

Gut ausgeschlafen und im Bauch ein leckeres Frühstück machten wir uns am nächsten Morgen auf den Weg Richtung Slowenien, welches wir über einen kleinen Abstecher durch Italien über den “Passo Predil” erreichten. In Cave del Predil machten wir eine kurze Photopause, denn dort gab es ein altes Bergwerk zu sehen.

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Das Highlight des Tages sollte aber ein paar Kilometer weiter auf uns warten, nämlich die Auffahrt zum Mangart mit seiner unvergleichlichen Aussicht über den Triglav Nationalpark.

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Mangart

Die Aussicht von hier oben ist einfach atemberaubend schön... und ein Echo gibt´s auch.

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Die Strasse zum Mangart ist eine enge, mit vielen Kehren versehene Stichstrasse, nebenbei die höchst gelegene Alpenstrasse in Slowenien. Im unteren Bereich kurz hinter dem Abzweig vom Passo Predil finden zur Zeit noch immer Strassenbauarbeiten statt. Hier ging im November 2000 ein riesiger Erdrutsch ab durch den im weiter unten gelegen Ort Log pod Mangartom 7 Menschen im Schlaf den Tod fanden, als sich Millionen Kubikmeter Erde das Tal hinunterwälzten.

Triglav

Irgendwie schafft Martin es immer wieder “extra für mich” eine Schotterstrasse zu finden. Zum Glück sind diese Strassen in Slowenien ziemlich fest und eigentlich gut befahrbar. Naja, nach einem Sturz auf Schotter vor zwei Jahren habe ich einen Höllenrespekt, auch wenn ich bei den beiden “Endurofahrern” damit immer wieder auf Unverständnis stosse...

Slovenien

Nach einer Brotzeit-Pause an einem netten Flussufer mussten wir uns ein wenig beeilen, wollten wir doch am Abend noch in Rijeka ankommen. Dort sollte um 20 Uhr die Fähre nach Split abfahren - und wir wussten weder genau wo noch hatten wir Fahrkarten besorgt. Also brachte ich uns mit meinem Navi auf den richtigen Weg und nach ziemlich genau 100 km erreichten wir Rijeka und fanden auch noch mit fast einer Stunde Zeitreserve den Fähranleger wo die Fähre schon beladen wurde. Fahrkarten und eine Kabine konnten wir dann direkt an Bord buchen, allerdings erst ca. 1 Std. nachdem die Fähre abgelegt hatte. Nachdem wir die Motorräder verstaut hatten gings erstmal zum Abendessen ins Bordrestaurant. Anschliessend checkten wir dann ein, suchten unsere Kabine und nachdem wir uns etwas bequemer angezogen und etwas frischgemacht hatten drehten wir noch eine kleine Runde über das Schiff. Die Nacht wurde nicht wirklich erholsam denn der Schiffsmotor dröhnte doch ziemlich, aber ein paar Dosen “Karlovacko” Bier sorgten für die nötige Bettschwere...

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Fachmännische Motorradverzurrung...   naja

289 Tageskilometer, knapp 9 Stunden Fahrzeit ca 250 Fährkilometer, knapp 10 Stunden Fahrt

Tag drei - von Split über die Insel Pag nach Jablanac

Um kurz vor fünf war die Nacht dann schon wieder zu Ende denn ab fünf Uhr gab´s Frühstück und pünktlich um  6 Uhr landete die Fähre in Split und es hiess auschecken.

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Die Nacht war nicht wirklich erholsam denn das Wummern des Schiffsdiesels dröhnte monoton durch die Kabine, irgendwie schien alles zu knarren und zu klappern. Naja, ich denke so 4-5 Stunden werde ich dann doch noch geschlafen haben. Nachdem wir die Motorräder entladen hatten machten wir uns direkt auf den Weg. In Split war um die Uhrzeit noch alles geschlossen und tot, ausserdem wirkte die Stadt auf uns nicht sehr einladend. In meinem Reiseführer steht: ”Wer die Stadt sieht will nur eins: ganz schnell vorbei... zu hässlich sind die riesigen Betonbauten der Vororte” . Uns ging es genauso, wir wollten nur weg. Naja, die Altstadt mit dem Kaiserpalast wäre sicher sehenswert gewesen - jedoch nicht um 6 Uhr morgens...

Split

Also suchten wir im Morgengrauen den Weg aus der Stadt heraus um die Küstenstrasse “Jadranska Magistrale” Richtung Norden zu fahren. Nach ca. 60 km tauchte plötzlich eine kleine Stadt auf die uns förmlich zu einer Rast aufforderte. Es sah aus wie das Motiv einer kitschigen Postkarte und doch wunderschön - Primosten, ein auf einer kleinen Felseninsel mitten im Meer errichteter kleiner Ort der durch einen Damm mit dem Festland verbunden war. Das mussten wir uns näher ansehen...

Primosten

Wir fanden ein kleines Cafe in dem wir uns ein oder zwei Cappuccino gönnten. Zum Glück hatte dieses Cafe einen Windschutz denn es war mittlerweile doch ziemlich windig.

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Hafen
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Boule

Ein paar Stunden später erreichten wir Sukosan, einen weiteren hübschen kleinen Ort in der Nähe von Zadar. Dort machten wir es uns mit Brot, Wurst und Käse an der Hafenpromenade gemütlich und sahen den Einheimischen beim Boule spielen zu.

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Das nächste Ziel sollte die Insel Pag werden. Diese Insel ist von Süden her über eine Brücke zu erreichen. Auf dem Weg dorthin wurde der Wind immer stärker, immer wieder wehten unvermittelt stärkere Böen von allen Seiten ... und einige Kilometer  vor der Brücke stand dann ein Schild: Brücke für Busse und Wohnwagengespanne  wegen Bora gesperrt ! (sinngemäss)   Was nun? Wir entschlossen uns zur Weiterfahrt, von Motorrädern stand da ja nichts. Notfalls fahren wir halt wieder zurück...

Fahrt zur Insel Pag

An der Brücke angekommen - der Wind war nun sehr stark - bot sich uns dann folgendes Bild: Da lag ein umgewehtes Wohnwagengespann , das Auto ( ich glaube ein Citröen C5 ) auf dem Dach und der Wohnwagen ziemlich zerdeppert dahinter. Die Polizei war auch vor Ort und ein Polizist winkte uns durch in Richtung Brücke. Auf der Brücke merkten wir dann die ganze Kraft des Windes, wir hatten Mühe unsere Motorräder auf der Strasse zu halten. Martin wollte hinter der Brücke ein paar Fotos machen aber wir konnten nicht anhalten, es hätte uns sofort umgeweht. Also weiter...

Pag - willkommen1

Wir waren ziemlich müde und eigentlich wollten wir uns auf Pag ein lauschiges Plätzchen am Meer für eine Ruhepause suchen, aber wir fanden nirgends eine geschützte Stelle um gefahrlos unsere Motorräder abzustellen. Dieser Umstand und der starke Wind hatten wohl auch ihren Einfluss auf unser Urteil, jedenfalls konnte keiner von uns Dreien der kargen, felsigen Insellandschaft etwas abgewinnen. Wir wollten nur noch zum Fähranleger und die Insel wieder verlassen.

Pag
Steinwälle auf Pag

Unser Plan war nun mit der Fähre zurück aufs Festland zu fahren, dann die Küste entlang Richtung Süden um bei Karlobag den Pass über die Berge zu nehmen. Wir wollten Richtung Plitvitzer Seen und dort ein Hotel für die Nacht suchen um am nächsten Tag auf den Spuren von Karl May den Plitvitzer Nationalpark ( Drehort der Winnetou-Filme aus den 60ern ) zu erkunden.

Fähre von Pag

Tja, leider ging unser Plan nicht auf... denn als wir die Berge hinauffuhren wurde es immer kälter und kälter. Oben angekommen hing der Himmel voller dicker schwarzer Wolken. Nein, darauf hatten wir nun wirklich keine Lust. Also zurück und die Küstenstrasse wieder Richtung Norden gefahren. Dabei immer wieder dieser Wind... es machte wirklich keinen Spaß. Plötzlich tauchte ein Wegweiser auf, der uns den Weg nach Jablanac zeigte. Okay, wir folgten ihm und erreichten schliesslich ein hübsches kleines Fischerdorf ( 75 Einwohner ). Der Anblick kam mir sofort bekannt vor, hatte ich diesen Ort doch schon in der “Tourenfahrer” gesehen. Hier gibt es die einzige Fährverbindung zwischen der Insel Rab und dem Festland. Immerhin besitzt Jablanac eine Pfarrkirche, zwei Hotels und einen Strand. Wir beschlossen es für heute gut sein zu lassen - morgen wollten wir dann mit der Fähre auf die Insel Rab.

Jablanac

Direkt am Ortseingang steht das Hotel Lux indem auch noch ein Zimmer für uns frei war. Der Tag war lang, wir doch nun sehr geschafft und nach einem leckeren Abendessen und ein  paar “Karlovacko” fielen wir dann auch totmüde ins Bett...

Prost

Unser Domizil an diesem Abend:

Hotel Lux

Zimmer schön, alles frisch renoviert

Essen gut             ...man spricht deutsch

351 Tageskilometer, knapp 11 Stunden Fahrzeit

Tag vier - von Jablanac über die Inseln Rab und Krk nach Moscenicka Draga

Heute war erstmal ausschlafen angesagt. Dann frühstücken und gegen 11 Uhr mit der Fähre nach Rab. Der Fähranleger befindet sich fast unmittelbar vor dem Hotel und die Fähre legt stündlich ab, also kein Grund zur Eile

Fähre Jablanac
Fähre nach Rab

Gestern Abend sahen wir im kroatischen Fernsehen eine Nachrichtensendung in der auch das umgewehte Wohnwagengespann von Pag gezeigt wurde. Ausserdem sei die Küstenstrasse von Karlobag bis Senj wegen dem Bora gesperrt. Also war unsere Entscheidung nach Rab zu fahren nicht die schlechteste. Die Insel Rab gilt als die grünste der kroatischen Inseln, wir waren gespannt. Nach ca.15 min. kamen wir auf Rab an, hier war erstmal garnichts grün...

Fähranleger Rab

Nun, dies galt wie auf den meisten Inseln hier nur für die Ostseite welche wegen der ständigen starken Fallwinde so gut wie keine Vegetation aufwiesen. Kaum waren wir über die ersten Hügel wurde es grüner und grüner. Kein Vergleich zur kargen Mondlandschaft auf  Pag, hier war es um einiges schöner. Natürlich fuhren wir dann auch zum Hauptort der Insel, dem Städtchen Rab.

Rab
Rab2
rab3

Nach einem kurzen Aufenthalt ging es weiter Richtung Lopar, denn von hier sollte es eine Fährverbindung zur Insel Krk geben. Laut Reiseführer ging diese Verbindung von Lopar nach Baska, aber niemand konnte uns sagen wann und wie oft diese Fähre fuhr. Also mussten wir es drauf ankommen lassen. In Lopar angekommen stellte sich heraus das die Fähre 4 mal am Tag nach Krk fuhr, aber nicht wie erwartet nach Baska sondern weiter nördlich nach Valbiska. Egal, die nächste Fähre fuhr in knapp zwei Stunden, es war also noch genug Zeit für einen oder zwei Cappuccino...

Fähre nach Krk

Dann kam die Fähre und nach 1,5 Std landeten wir in Valbiska auf Krk.

Didi unterwegs nach Krk
Fähranleger Valbiska

Anders als Pag und noch viel mehr als Rab ist die Insel Krk vom Tourismus geprägt. Überall Hinweise auf Restaurants, Hotels und Appartments. In der Inselhauptstadt Krk gibt es ausser dem obligatorischen Hafen eine sehr schöne Promenade und viele enge Gassen und schöne alte Gebäude...

Krk
Krk2
Krk3
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Nach einem ausgiebigen Bummel durch die Gassen des Ortes machten wir uns wieder auf den Weg. Krk - nach Cres die zweitgrösste Insel in der Adria  -  war unserer Meinung nach die schönste der 3 von uns befahrenen Inseln. Nach 26 km verliessen wir die Insel über die Krk-Brücke ( 1980 dem jugoslawischen Präsidenten zu Ehren unter dem Namen Tito-Brücke eröffnet. Diese Brücke war bei ihrer Eröffnung die am weitesten gespannte Betonbogenbrücke der Welt und steht auch heute noch auf Platz 3 ).  Nun ging es wieder die Küstenstrasse entlang Richtung Rijeka, dann weiter nach Opatija, einem alten Seebad in Istrien. Dort sah es nach Franks Aussage fast schon aus wie in Monte Carlo ( ich war da noch nie ),  überall tolle Hotels die ziemlich teuer aussahen und elegante Villen. Das war uns allerdings zu viel Trubel, ausserdem sahen wir nirgends etwas das einigermassen “bikerfreundlich” aussah. Also weiter nun wieder in südlicher Richtung die Küste entlang bis wir schliesslich den malerischen Ort Moscenicka Draga erreichten. Dort bekamen wir im Hotel Mediteran ein nettes Zimmer.

Moscenicka Draga
Moscenicka Draga2

Nachdem wir und frischgemacht hatten machten wir noch einen kleinen Spaziergang durch den wirklich sehr hübschen Ort und landeten schliesslich in einem kleinen Fischrestaurant wo Frank und ich uns eine leckere Fischplatte teilten. Martin blieb lieber bei Fleisch und so endete dieser Abend bei Wein und  einigen Bieren...

Moscenicka Draga3

Hotel preiswert und empfehlenswert

Frühstück sehr gut

Fahrstrecke “nur” 148 Tageskilometer bei 9 Std 12 Min

Ca. 35 Fährkilometer

Tag fünf - von Moscenicka Draga durch Istrien nach Arabba/Dolomiten

Am nächsten Morgen erwartete uns ein wirklich beeindruckendes Frühstücksbuffet. Diesmal war sogar der kroatische Kaffee von uns nicht zu beanstanden. Alles war sehr lecker, und gestärkt konnte es zur nächsten Etappe losgehen. Wir fuhren erstmal weiter die Küste Istriens entlang nach Süden...

Istrien Küste

Einige Kilometer südlich von Zagorje bog die Strasse nach Nordwesten ab Richtung Plomin. Wir folgten ihr um dann quer durchs Landesinnere Richtung Slowenische Grenze/Triest zu fahren.

Istrien Strasse

Am Abend vorher hatten wir ausgemacht Kroatien zu verlassen und die letzten Tage in den Dolomiten zu verbringen. Es war zwar sehr schön hier aber wir waren den ewigen Wind leid und laut Wetterbericht sollte das Wetter Richtung Westen immer besser werden. Auf dem Weg durch das Landesinnere wurde es langsam auch immer wärmer...

durch Istrien

Ob wir die gesamte Strecke an einem Tag schaffen würden war noch nicht klar, wir wollten dem Verkehr um Triest ausweichen und wenn möglich keine Autobahn benutzen. Unser nächstes Ziel war die Gegend um Piran/Slowenien. Diesen Ort hätte ich mir sehr gern angesehen, gilt er doch als einer der schönsten Istriens. Als wir sahen das wir gegen Mittag schon 200 Kilometer hinter uns gebracht hatten beschlossen wir jedoch direkt nach Arabba/Dolomiten durchzufahren. Wir riefen das Festungshotel Al Forte an und reservierten ein Zimmer für die nächsten 3 Tage. Nun fuhren wir etwas zügiger, hatten wir doch noch gute  200 Kilometer vor uns.

auf dem Weg in die Dolomiten

Die Gegend wurde immer hügeliger und das Fahren machte grossen Spass. Vor allem in Slowenien gab es schöne kleine Strassen die sich kilometerlang ohne Abzweigung durch die Gegend schlängelten. In Italien wurde es dann erstmal wieder flacher, hinter Udine ging es lange nur geradeaus aber nach einiger Zeit wurde es wieder hügeliger und kurviger. Die Dolomiten waren endlich in Sichtweite...

Dolomiten

Leider wurde es mit zunehmender Höhe aber auch wieder kälter... irgendwann zogen wir wieder unsere Regenjacken und dickere Handschuhe an.

Dolomiten 3

Mit Einbruch der Dämmerung kamen wir dann endlich in Arabba an. Im Al Forte bekamen wir ein schönes Zimmer und diesmal bauten wir auch die Koffer ab. Die nächsten 2 Tage wollten wir ohne Gepäck die Dolomitenpässe erkunden. Aber erstmal stand frischmachen und Abendessen auf dem Plan. Wir hatten hier Halbpension gebucht und das Menü war wie erwartet gut. Frank und Martin waren vor einigen Jahren schonmal hier und sie hatten nicht zuviel versprochen. Leider hatte ich mich etwas erkältet, es ging mir nicht so gut. An diesem Abend verschwand ich ziemlich früh auf´s Zimmer...

Al Forte 1
Al Forte 2

Unser Domizil für die nächsten 3 Nächte:

Festungshotel “Al Forte” in Arabba

Zimmer sehr schön, Essen gut, netter Wellnessbereich

436 Tageskilometer ,  9 Std 12 Min Fahrzeit

Tag sechs bis acht - Die Dolomiten

Was nun folgen sollte war 3 Tage Pässesammeln. Mir ging es wieder besser aber vorsichtshalber fuhren wir nach dem Frühstück erstmal zur nächstgelegenen Apotheke und besorgten ein Erkältungsmittel. Das war auch gut so denn das Thermometer zeigte gerade mal 6°C an... und so sollte es auch die nächsten Tage bleiben. Tja, es war Ende September, die Bergspitzen waren schon weiss und die Motorradsaison war hier so gut wie gelaufen. Überall sah man schon Vorbereitungen auf die Wintersaison.

Dolomiten 2
Dolos1
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Dolos2

Oben auf den Pässen war es schon sehr kalt, aber die Strassen waren grösstenteils trocken und wir konnten problemlos fahren. Manchmal fiel weiter oben etwas Schnee aber unten in den Tälern war es dann wieder richtig warm, zumindest fühlte es sich so an. Nach den Touren besuchten wir dann den Wellnessbereich des “Al Forte”, wo wir in der Sauna wieder regenerierten.

Dolos3

Die Natur zeigte sich immer wieder von ihrer schönen Seite - wir sahen ausser Bergen, Tälern, Seen und Wäldern noch Kühe, Ziegen, Rehe, Esel, Murmeltiere... es war einfach nur schön, trotz des nicht gerade optimalen Wetters.

Dolos
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zwischen wilden Eseln
Murmeltier

Insgesamt legten wir in den 3 Tagen ca. 450 km auf Dolomitenpässen zurück. Welche Pässe das genau waren habe ich mir nicht wirklich merken können, jedenfalls waren neben den Klassikern wie Sellarunde, Passo Giau etc. für mich auch wieder einige Neue dabei. Ich erinnere mich an Passo Fedaia, San Pellegrino, Valles, Rolle, Cereda, delle Erbe...

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Martin fuhr eine kurze Weile mal hinter mir und meinte dann er käme mit meiner Fahrweise nicht klar, ich würde ja nur auf der Bremse stehen. Schon seit ein paar Tagen hatte ich das Gefühl das mit meiner hinteren Bremse was nicht stimmte. Das Motorrad war kurz vor der Tour noch zum Check in der Werkstatt, aber irgendwie hatte ich das Gefühl das mein Bremspedal nach längerer Passfahrt nicht mehr richtig zurückkam. Dem war auch so, und nach der Abfahrt des Passo Rolle hatte ich dann auf einmal keine Bremswirkung mehr, ich konnte das Bremspedal widerstandslos bis zum Anschlag durchdrücken. Nach einer kurzen Abkühlphase war dann aber wieder alles i.O.  Hmmm... ich denke ich muss die Bremsflüssigkeit wechseln...   Im nachhinein weiss ich das dadurch daß das Bremspedal nicht richtig zurückkam die ganze Zeit der Bremslichtschalter aktiv war... es sah also so aus als würde ich ständig bremsen.

San Pellegrino

Am dritten Tag ging es dann wieder Richtung München. Nachdem wir nach etwa 100 km die Dolos verlassen hatten waren es noch etwa 200 km. Wir fuhren Richtung Brenner um dann über die alte Brennerstrasse, Innsbruck und den Achenpass schliesslich München zu erreichen. Fast die gesammte Strecke ab dem Brenner regnete es mehr oder weniger stark, sodass unsere Regenkleidung nochmal zum Einsatz kommen musste. Am Bahnhof München Ost  angekommen  verluden wir unsere Motorräder, dann suchten wir uns ein nettes Lokal. Wir fanden ein gemütliches bayrisches Wirtshaus in dem wir bei einem leckeren Essen und ein paar Weizenbieren die Zeit bis zur Abfahrt verbrachten. Schliesslich war es Zeit und der DB-Autozug brachte uns wohlbehalten über Nacht wieder nach Düsseldorf.

Fahrkilometer Dolomiten und Heimfahrt nach München: ca. 650 Km

Insgesamt:

ca 1300 km DB-Autozug

ca. 2300 Motorradkilometer

ca. 290 Fährkilometer

Frank hatte seine Videokamera mit - hier könnt ihr uns ein wenig durch die Dolomiten begleiten...